Das Wichtigste auf einen Blick
Wer zum ersten Mal ein Haus baut, begegnet früher oder später dem Begriff Schnurgerüst. Oft taucht er in der Terminplanung des Rohbauers oder des Vermessungsbüros auf – und viele Bauherren fragen sich: Was genau ist ein Schnurgerüst? Wofür wird es benötigt? Und warum ist es so wichtig?
Die Antwort ist einfach: Das Schnurgerüst sorgt dafür, dass Ihr Haus später genau dort steht, wo es laut genehmigter Eingabeplanung stehen soll. Es bildet die Grundlage dafür, dass Fundamente und Bodenplatte millimetergenau hergestellt werden können.
Was ist ein Schnurgerüst?
Ein Schnurgerüst ist eine temporäre Holzkonstruktion, die während der Rohbauphase auf der Baustelle errichtet wird. Es besteht aus mehreren sogenannten Schnurböcken. Die einzelnen Schnurböcke werden im Abstand von ca. 1 m zu den zukünftigen Gebäudeecken aufgestellt. Üblicherweise umfasst ein Schnurgerüst daher vier Schnurböcke – für die vier Ecken des Hauses. Sollte die Geometrie des Hauses aufwändiger sein z. B. mit Vorsprüngen, Anbauten etc., muss dies auch im Schnurgerüst berücksichtigt werden.
Jeder Schnurbock besteht aus drei stabilen Holzpfosten und zwei waagerecht befestigten Brettern. Auf diesen Brettern markiert das Vermessungsbüro später im Wege der Feinabsteckung die Gebäudefluchten mit einem Nagel.
Der Rohbauer nutzt diese Nägel zum Spannen von Schnüren, so dass sich nach dem Spannen der Schnüre exakt die vier (oder mehr) Gebäudekanten ergeben.


Wann wird das Schnurgerüst aufgebaut?
Viele Bauherren gehen davon aus, dass das Schnurgerüst bereits vor Beginn der Erdarbeiten benötigt wird. Tatsächlich wird das Schnurgerüst üblicherweise jedoch erst nach dem Aushub der Baugrube errichtet.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Baugrube bereits hergestellt und die Schnurböcke können in der Baugrube aufgestellt werden. Dadurch bleiben die Vermessungspunkte während der anschließenden Arbeiten an Fundament und Bodenplatte dauerhaft erhalten und können jederzeit kontrolliert werden.
Warum ist das Schnurgerüst so wichtig?
Auf einer Baustelle gibt es nach dem Erdaushub keine sichtbaren Gebäudekanten mehr. Genau hier schafft das Schnurgerüst Orientierung.
Unser Vermessungsbüro überträgt die geplante Gebäudegeometrie mithilfe moderner Vermessungstechnik millimetergenau auf die Schnurböcke. Der Rohbauer erhält dadurch eine verlässliche Grundlage für die Herstellung der Fundamente und der Bodenplatte.
Ein präzise eingemessenes Schnurgerüst hilft dabei,
- die Gebäudeachsen exakt einzuhalten,
- Fundamente und Bodenplatte richtig zu positionieren,
- die geplanten Gebäudemaße umzusetzen,
- spätere Maßabweichungen zu vermeiden und
- einen reibungslosen Bauablauf sicherzustellen.
Gerade bei der Gründung entscheidet die Genauigkeit über den weiteren Baufortschritt. Schon wenige Millimeter können später einen Unterschied machen.
Wer baut das Schnurgerüst?
Die Holzkonstruktion selbst kann vom Bauherrn, vom Rohbauer oder von einem Zimmerer vorbereitet werden.
Anschließend kommen wir als Vermessungsbüro auf die Baustelle. Mit einer modernen Totalstation messen wir jede Gebäudeflucht präzise ein und markieren die exakte Lage mit einem Nagel auf den Brettern der Schnurböcke. Erst durch diese Einmessung wird aus der Holzkonstruktion ein vermessungstechnisch nutzbares Schnurgerüst. In Ausnahmefällen können auch wir nach Absprache das Schnurgerüst für Sie errichten – einfacher ist es jedoch, wenn es der Rohbauer übernimmt, da wir üblicherweise alleine im Außendienst arbeiten und die Materialien dafür nicht vorrätig haben.
Warum sollte die Einmessung einem Vermessungsbüro überlassen werden?
Die Baupläne enthalten zwar alle erforderlichen Maße, sie müssen jedoch exakt auf das Grundstück übertragen werden.
Bereits kleinste Abweichungen können dazu führen, dass Fundamente oder Bodenplatte nicht an der vorgesehenen Position entstehen. Deshalb erfolgt die Einmessung mit hochpräziser Vermessungstechnik und nicht mit Maßband oder Laserentfernungsmesser.
Als Vermessungsbüro sorgen wir dafür, dass die geplanten Maße zuverlässig auf die Baustelle übertragen werden – als Grundlage für einen präzisen und sicheren Rohbau. Wir sorgen dafür, dass das Gebäude in der Grundfläche und Höhenlage exakt der genehmigten Eingabeplanung entspricht – viele Städten und Gemeinden fordern außerdem Einmessbescheinigungen eines Sachverständigen an, die genau diese Einhaltung der exakten Lage bescheinigen sollen. Diese Bescheinigungen können wir im Anschluss für Sie ausstellen.
Häufige Fragen
Kann ich das Schnurgerüst selbst bauen?
Ja. Die Eckböcke können grundsätzlich selbst vorbereitet werden. Wichtig ist eine stabile Ausführung mit drei Pfosten und zwei waagerechten Brettern je Gebäudeecke.
Wer markiert die Gebäudeecken?
Wir markieren die Gebäudefluchten im Rahmen der Feinabsteckung mit einem Nagel auf den Schnurböcken. Nur so ist gewährleistet, dass die Gebäudegeometrie exakt den genehmigten Planunterlagen entspricht.
Bleibt das Schnurgerüst dauerhaft bestehen?
Nein. Es dient ausschließlich als Bezug für die Gründungs- und Rohbauarbeiten und wird nach Abschluss dieser Arbeiten wieder entfernt.
Unser Fazit
Das Schnurgerüst gehört zu den wichtigsten Hilfsmitteln während der Gründungsarbeiten. Es macht die Planung auf der Baustelle sichtbar und ermöglicht es, Fundamente und Bodenplatte exakt nach den Vorgaben des Eingabeplans herzustellen.
Für Bauherren ist das Schnurgerüst meist nur für kurze Zeit sichtbar. Seine Bedeutung für einen erfolgreichen Hausbau ist jedoch kaum zu unterschätzen. Mit einer präzisen Einmessung schaffen wir die Grundlage dafür, dass Ihr Bauvorhaben von Anfang an maßgenau umgesetzt wird.
Haben Sie Fragen zur Bauvermessung?
Gerne beraten wir Sie persönlich und begleiten Ihr Bauvorhaben beginnend mit der Geländeaufnahme und von der ersten Grobabsteckung bis zur abschließenden Feinabsteckung auf dem Schnurgerüst.